Vor zehn Jahren, Ende September 2016 startete Amal in Berlin. 10 Journalist:innen, die selbst erst kurz zuvor geflohen waren, bauten diese besondere Redaktion auf. Sie wollten sich selbst eine berufliche Zukunft aufbauen und zugleich anderen Neuangekommenen helfen, sich in Deutschland zurechtzufinden. Amalberlin.de ging 2017 online und versorgt seitdem die arabische und persischsprachige Community mit zuverlässigem, verständlichem Lokaljournalismus. Was passiert im Bundestag? Welche Konzerte gibt es am Wochenende? Warum fährt die S-Bahn nicht? Nach dem Motto: „Nur wer weiß, was passiert, kann sich beteiligen und mitreden“ zielt Amal darauf ab, Menschen beim Einleben in der neuen Gesellschaft zu begleiten und sie zu ermuntern, sich einzumischen und mitzumachen.
Lokaljournalismus für ein besseres Zusammenleben
2019 kam eine zweite Lokalredaktion in Hamburg hinzu und 2023 folgt Frankfurt am Main. 2022 wurde Ukrainisch als dritte Sprache hinzugefügt. Inzwischen arbeiten 26 Journalist:innen aus arabischen Ländern, Iran, Afghanistan und der Ukraine bei Amal. Sie haben jeweils eine feste halbe Stelle und damit eine berufliche Perspektive in Deutschland.
Amal entwickelt sich weiter. Immer weiter
In den vergangenen Monaten hat das Team von Amal News ein eigenes KI-Tool erstellt, das bei Routineaufgaben hilft und Prozesse optimiert. So bleibt mehr Zeit für die Entwicklung von kreativen Inhalten und mehr Kommunikation mit den Communitys.
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt darauf, Menschen, die neu nach Deutschland kommen, gut zu informieren. Zugleich hat Amal News auch viele treue Leser:innen, die der Plattform folgen, wenn sie schon längst Deutsch verstehen und sich in deutschen Medien informieren können. Sie lesen weiter Amal, denn sie fühlen sich angesprochen. Es ist der besondere Blickwinkel und die Berichte aus den Communitys, die sie anziehen.
Versachlichung der Migrationsdebatte
Viele dieser Leser:innen dürfen inzwischen wählen und so berichtet Amal News gerade jetzt intensiv über die anstehenden Wahlen und deren Folgen. Dabei geht es auch um grundlegende Fragen: Wie finde ich meine politische Orientierung, wenn ich noch nie vorher gewählt habe? Beginnen die Parteien in Deutschland, sich für die Stimmen der Neuwähler:innen zu interessieren? Über die deutsche Webseite, die derzeit aufgebaut wird, macht das Amal-Team die Perspektive der Communitys auch für andere zugänglich. Gerade jetzt ist dies wichtig. Wir sehen darin einen Beitrag zur Versachlichung der Migrationsdebatte.
Neue Perspektiven in Syrien
Als Nebenprojekt hat Amal News eine Journalistenschule in Damaskus gegründet. Die Idee entstand direkt nach dem Sturz von Bashar al-Assad. Das syrische Team von Amal wollte den Neuanfang in Syrien unterstützen und eine Brücke zwischen Syrer:innen in Deutschland und in der alten Heimat bauen. Gut ausgebildete Journalist:innen, die nicht nur ihr Handwerk verstehen, sondern auch Hate-Speech und Desinformation etwas entgegensetzen können, werden in Syrien dringend gebraucht. In der Amal News Journalistenschule Damaskus wird derzeit die zweite Lehrredaktion ausgebildet.
Fakten über Amal
Amal wurde 2016 von den Schwestern Cornelia und Julia Gerlach gegründet. Zunächst war es ein Projekt der Evangelischen Journalistenschule EJS. Als diese schließen musste, wurde Amal ein Teil des Gemeinschaftswerkes der Evangelischen Publizistik GEP gGmbH und seit 2025 ist Amal News gGmbH eine eigenständige Tochtergesellschaft des GEP. Amal, Berlin! startet mit Finanzierung der Evangelischen Kirche Deutschland EKD. Später kam die Finanzierung vor allem von Stiftungen dazu und inzwischen bekommt Amal News Förderung durch AMIF der Europäischen Union. Stiftungen wie die Crespo Foundation, Porticus und mehrere Landeskirchen begleiten Amal News weiterhin.
Amal News erreicht knapp 500.000 Follower:innen auf Facebook und Instagram viele mehr über die Webseite. Die Reichweite der Berichterstattung liegt regelmäßig bei 5 Millionen im Monat. Hinzukommt eine Interaktionsrate von 2-6 Prozent.
Wir stehen gerne für Fragen und Interviews zu Verfügung und können auch Redaktionsbesuche in Berlin, Hamburg, Frankfurt und Damaskus ermöglichen.
Kontakt:
Cornelia und Julia Gerlach
+49 170 2108094