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Frauenrechtlerin kandidiert für Integrationsrat

Kahkashan Koofi kandidiert für den Integrationsrat © Kahkashan Koofi
Kahkashan Koofi kandidiert für den Integrationsrat © Kahkashan Koofi

Nach ihrer Ankunft in Deutschland hat Kahkashan Koofi sich intensiv mit Sprache und Integration beschäftigt. Nun möchte die Frauenrechtlerin ihre Erfahrungen nutzen, um sich im Integrationsrat in Göttingen stärker für die gesellschaftliche Teilhabe von Migrantinnen einzusetzen.

Am 13. September 2026 wird in Göttingen der Integrationsrat gewählt. Kahkashan Koofi kandidiert für einen der insgesamt elf Posten. Koofi kommt aus Afghanistan. Dort hat sie in Kabul Rechtswissenschaften studiert und zehn Jahre lang bei verschiedenen staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen im Bereich der Frauenrechte gearbeitet.

Zu ihren Schwerpunkten gehörten die Stärkung von Frauen, Bildung sowie die Förderung ihrer wirtschaftlichen Selbstständigkeit in Afghanistan. Zuletzt war sie als Beraterin für die Stärkung von Frauen im Bereich Alphabetisierung im afghanischen Bildungsministerium tätig. 

Neben ihrer Muttersprache spricht Koofi Englisch und Türkisch. Nach ihrer Ankunft in Deutschland konzentrierte sie sich auch auf den Erwerb der deutschen Sprache. Inzwischen verfügt sie nach eigenen Angaben über Deutschkenntnisse auf dem Niveau C1. Zurzeit arbeitet sie als Aufsicht und Prüferin bei Prüfungen in Göttingen.

Kandidatur als Protest

Vor vier Jahren kam sie nach Deutschland, nachdem die Taliban in Afghanistan erneut die Macht übernommen hatten. Ihre Kandidatur für den Integrationsrat der Stadt Göttingen sieht sie als Möglichkeit, sich politisch für die Anliegen von Migrant:innen einzusetzen und ihre eigenen Erfahrungen einzubringen.

Gleichzeitig verbindet sie mit ihrer Kandidatur eine politische Botschaft an die Taliban. Sie versteht ihren Schritt als eine Form des Protest gegen die restriktive Politik, der Frauen in Afghanistan ausgesetzt sind. Ihre Botschaft: Wenn die Taliban Frauen in Afghanisten ihrer Rechte berauben, könnten Frauen in anderen Ländern bessere Möglichkeiten für Fortschritt und gesellschaftliche Teilhabe finden.

Sollte sie gewählt werden, möchte sich Koofi für konkrete Verbesserungen für Migrant:innen in Göttingen einsetzen. Ein besonderer Schwerpunkt soll dabei auf den Rechten und Bedürfnissen von Frauen liegen

Ihre eigene Migration beschreibt Koofi als belastende Erfahrung. „Ich habe wie viele Migranten viele Probleme erlebt, etwa den Umgang mit dem bürokratischen System, die Wohnungssuche und das Erlernen der deutschen Sprache“, sagt Koofi im Gespräch mit Amal News. Trotz dieser Herausforderungen habe sie versucht, sich zunächst selbst in die Gesellschaft zu integrieren. Anschließend habe sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten andere Migrant:innen dabei unterstützt – insbesondere Menschen aus Afghanistan.

Chancen für Frauen

Einen möglichen Einzug in den Integrationsrat bezeichnet Koofi als einen wichtigen Schritt. „Als Frauenrechtsaktivistin habe ich mit dem Einzug in den Integrationsrat bis zu einem gewissen Grad das Gefühl, mich im Zentrum und im Raum der lokalen Politik zu befinden“, sagt sie. Gleichzeitig biete der Rat Migrant:innen die Möglichkeit, ihre Anliegen gegenüber den politisch Verantwortlichen zu vertreten. 

Koofi ist überzeugt, dass die Beteiligung von Migrant:innen an sozialen und politischen Institutionen in den Aufnahmeländern eine gute Möglichkeit sei, zivilgesellschaftliches Engagement fortzusetzen. Deutschland biete Frauen zahlreiche viele Chancen, sich weiterzuentwickeln und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Sie ruft deshalb insbesondere Frauen dazu auf, diese Möglichkeit zu nutzen – sowohl für die eigene Entwicklung als auch um andere Frauen zu unterstützen und gesellschaftlichen Fortschritt mitzugestalten.

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