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Integrationspreis für ukrainisches Theater aus Bonn

© Anna Lesnikova/Freies Theater Mriya Bonn
© Anna Lesnikova/Freies Theater Mriya Bonn

Das Freie Theater Mriya Bonn gehört zu den drei Preisträgern des Integrationspreises 2026 des Ausschusses für Chancengleichheit und Integration der Stadt Bonn. Das ukrainische Theater erhielt die Auszeichnung im Rahmen des Kultur- und Begegnungsfest „Vielfalt!“, das rund 47 Vereine und Organisationen zusammenbrachte. Das Bühnenprogramm des Festivals bot Einblicke in die Musik und Kunst verschiedener Kulturen, darunter die südamerikanische, chinesische, ukrainische und iranische.

Für das ukrainische Theater ist der Preis eine Anerkennung seiner Arbeit und seiner Entwicklung innerhalb weniger Jahre: Aus einer Kindertheatergruppe ist eine eigenständige Kulturplattform geworden. Heute ist Mriya ein eingetragener Verein, tritt regelmäßig auf der Bühne des Kulturzentrums Brotfabrik Bühne auf und arbeitet mit lokalen Künstler:innen zusammen. Zum Ensemble gehören rund 40 Ukrainer:innen unterschiedlichen Alters und mit verschiedenen beruflichen Hintergründen. Viele von ihnen haben eine Schauspielausbildung oder Bühnenerfahrung.

© Anna Lesnikova/Freies Theater Mriya Bonn

„Gerade jetzt, da unsere Heimat unter ständigem Beschuss steht, ist ukrainische Kunst wichtiger denn je. Wir freuen uns über die Möglichkeit, die Schönheit, den Mut und die Unbeugsamkeit unserer Wurzeln zu zeigen“, erklärten die Schauspieler:innen in ihrer Rede bei der Preisverleihung.

Vom Kindertheater zur Kulturplattform

Die Geschichte des Theaters begann im April 2022. Damals gründeten die Journalistin Olga Malyshko-Demydowa und die ukrainische Schauspielerin und Regisseurin Maryna Ljuschyna in Bonn eine Kindertheatergruppe für ukrainische Kinder, die nach Beginn der russischen Invasion nach Deutschland gekommen waren. Später entwickelte sich aus der Initiative ein Ensemble für Erwachsene. Mit seinen Inszenierungen möchte es dem deutschen Publikum die ukrainische Geschichte und Kultur näherbringen.

© Natalija Herz/Freies Theater Mriya Bonn

Zu den ersten größeren Produktionen gehörte das Stück „Geschlossener Himmel“ nach dem Drama von Neda Nezhdana. Es erzählt vom Krieg und seinen Folgen aus der Perspektive von Frauen und beleuchtet deren Schicksale unter den Bedingungen bewaffneter Konflikte. 2025 folgte das soziale Jugenddrama „Zwischen uns ist Krieg“ nach einem Werk von Iryna Feofanowa. Auf der Bühne setzten sich junge Schauspieler:innen mit Themen auseinander, die ihre eigene Generation prägen: die erste Liebe, der Verlust des Zuhauses, Sprachbarrieren und Herausforderungen des Neuanfangs im Ausland. Viele von ihnen waren zu Beginn der russischen Invasion selbst noch Jugendliche.

© Natalija Herz/Freies Theater Mriya Bonn

Großen Anklang beim ukrainischen wie beim deutschen Publikum fand auch „Die Hexe von Konotop“ nach dem Werk von Hryhorij Kwitka-Osnowjanenko. Die Inszenierung verbindet den klassischen Stoff mit moderner Theatersprache und setzt dabei auf Musik, Tanz sowie Licht- und Soundeffekte.

Ukrainische Kultur in Bonn sichtbar machen

Das Freie Theater Mriya Bonn beteiligt sich regelmäßig an kulturellen Veranstaltungen der Stadt. Das Ensemble tritt unter anderem an der Bonner Theaternacht, der Hofkultur, dem Festival Vielfalt!, den Interkulturellen Wochen und auf Weihnachtsmärkten auf. Auch Veranstaltungen auf der Open-Air-Bühne der Brotfabrik gehören dazu. Darüber hinaus organisiert das Theater auch eigene Veranstaltungen, darunter zum Unabhängigkeitstag der Ukraine, die Tage des ukrainischen Kinos in Nordrhein-Westfalen sowie kulturelle Begegnungen mit Künstler:innenn.

© Taras Antoshchuk/Freies Theater Mriya Bonn

Für die Mitglieder des Theaters ist die Bühne mehr als ein Ort für Aufführungen. Sie bietet Menschen, die die Ukraine wegen des Krieges verlassen mussten, die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und eigenen Geschichten erzählen und zugleich die Geschichte ihrer Vorfahren lebendig zu halten. Der Namen Mriya – ukrainisch für Traum – steht dabei sinnbildlich für die Hoffnung auf künstlerische Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden.

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