Reza Pahlavi, Sohn des früheren Schahs des Iran und eine der Figuren der Opposition, nahm heute, Donnerstag, 23. April 2026, an einer Pressekonferenz in Berlin teil. Seine Reise in die deutsche Hauptstadt stieß auf Kritik aus Teilen der Opposition sowie von einigen Journalisten. Auch die deutsche Regierung erklärte, dass sie kein Gespräch mit ihm plane. Die Mutter von Arya Akbari und der Vater von Sam Afshari, die im Januar 2026 im Iran ums Leben kamen, begleiteten Pahlavi bei der Pressekonferenz.
Pahlavi begann seine Rede mit einer Erinnerung an die Proteste der Menschen im Iran im Januar dieses Jahres und fügte hinzu, dass die Menschen nun in einen Krieg geraten seien, für den es keinen Waffenstillstand gebe: „Im Iran ist ein Krieg ausgebrochen, dessen Regierung erst kürzlich 40.000 Bürger getötet hat. Dies ist ein Krieg, in dem es keinen Waffenstillstand gibt. Die Opfer haben ihr Leben nicht wegen Atomenergie oder Reformen verloren, sondern wurden für Freiheit und die Rückeroberung ihres Landes getötet.“
Kritik am Schweigen der deutschen Regierung
Pahlavi kritisierte das Schweigen der deutschen Regierung und forderte die Medien des Landes auf, mit der Darstellung des Leids der Menschen auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen: „Europäische Medien sprechen von Diplomatie, Verhandlungen und Waffenstillstand, aber sie haben den größten Aufstand des iranischen Volkes seit 1979 übersehen. Kanzler Merz sagt, wenn eine Regierung ihre Legitimität verliere, beginne sie zu zerfallen. Jetzt ist die Frage nicht, ob es im Iran zu einem Wandel kommen wird, denn der Wandel ist auf dem Weg. Solange die demokratischen Mächte Europas nur zuschauen, wird das Töten der Menschen im Iran nicht aufhören.“
„Medien sollen die Erzählung der Opfer wiedergeben“
Pahlavi verwies auch auf die Hinrichtung von 19 politischen Gefangenen in den vergangenen zwei Wochen und fragte Journalisten: „Haben Sie ihre Namen gehört? Das Internet ist seit 8 Wochen blockiert, und wir haben keinerlei Informationen über die Menschen. Die Regierung ist jedoch mit dem Internet verbunden und veröffentlicht ihre eigenen Zahlen und ihre eigene Darstellung. Sie sind die einzigen freien Medien, auf die die Menschen im Iran hoffen. Ihre moralische Pflicht ist es, die Darstellung der Menschen im Iran wiederzugeben.“ Er fügte hinzu, dass Ghalibaf, Araghchi und die Revolutionsgarden keine Pragmatiker und Reformisten seien, sondern nur unterschiedliche Gesichter des Regimes, das die Hinrichtung politischer Gefangener fortsetze.
„Die Islamische Republik ist eine Bedrohung für Europa“.
Pahlavi fügte hinzu: „Die Islamische Republik ist durch die Missachtung der Menschenwürde auch eine Bedrohung für Europa. Agenten des Regimes verüben auf europäischem Boden Terroranschläge auf Synagogen, haben Iraner wie Fereydoun Farrokhzad getötet und Cyberangriffe auf einige Organisationen in Deutschland verübt. Sie sind es, die entscheiden, ob Sie ein Regime im Zerfall unterstützen oder an der Seite des iranischen Volkes stehen.“
Pahlavi forderte Europa außerdem auf, auf die Stimme der iranischen Diaspora zu hören: „Am 14. Februar kamen in München 250.000 Iraner unter einer Flagge zusammen und forderten einen säkularen und freien Iran.“
Zum Abschluss seiner Rede sagte er mit Verweis auf sein eigenes Programm für die Übergangsregierung, dass er die nuklearen Aktivitäten beenden, die Geiseln und alle politischen Gefangenen freilassen, sich der internationalen Gemeinschaft anschließen werde und dass ein freier Iran durch die Beendigung der Aktivitäten von Milizen die Stabilität in die Region zurückbringen werde.
Fragen und Antworten
Auf die Frage nach seiner derzeitigen Strategie sagte Pahlavi, die Strategie bestehe darin, dass die Menschen wieder auf die Straßen gehen könnten. Unter diesen Bedingungen sei das jedoch nicht möglich, weil sie sonst erneut brutal durch das Regime getötet werden könnten.
Ein anderer Journalist fragte, wie man die Menschen unterstützen könne, wenn es für sie nicht einmal ein Mindestmaß an Sicherheit gebe und auch die USA die Zivilisation Irans bedroht hätten. In seiner Antwort verwies Pahlavi auf die 2.500-jährige Geschichte Irans, dass eine Zivilisation wie die Irans Angriffe der Araber und der Mongolen habe überstehen können und auf diese Weise bis heute am Leben geblieben sei.
Er verteidigte den militärischen Angriff der USA und sagte, es habe keinen anderen Weg gegeben, das Volk zu unterstützen. Pahlavi fügte hinzu, dass Sie (die Europäer) sich bei den Menschen im Iran dafür entschuldigen müssten, dass Sie in den vergangenen 47 Jahren die Augen geschlossen und mit dem Regime zusammengearbeitet hätten.