Vergangene Woche sorgte eine Meldung der syrischen Nachrichtenagentur Sana für Aufregung. Am 4.10.2026 berichtete die Agentur, dass es Pläne gebe, eine Städtepartnerschaft zwischen Passau und Idlib zu schließen. Hintergrund war der Besuch der syrischen Chargée d’Affaires Mohammed Baraa Shoukri in Deutschland bei einer Feier des syrischen Kulturvereins in Passau zum 3. Oktober. Dort traf er auf den Bürgermeister von Passau Andreas Rother. Was dann genau passierte und vereinbart wurde, darüber gehen die Aussagen auseinander. Die Nachrichtenagentur Sana feierte die erste Städtepartnerschaft zwischen Kommunen in Deutschland und Syrien. Das Rathaus von Passau dementierte: Es gebe keine Städtepartnerschaft und es sei auch keine geplant.
Das hat uns natürlich neugierig gemacht und Amal News Reporter Ronnie Darwish hat nachgefragt. Im Instagram-Gespräch berichtet der Vorsitzende des syrischen Kulturvereins in Passau Jamin Hussein, dass es sich um ein Missverständnis gehandelt habe. Geplant sei eine Kooperation der beiden Städte im zivilgesellschaftlichen Bereich: Bildung, Jugend und Kultur, keine offizielle Partnerschaft.
Welche Art der Partnerschaft?
„Die beiden Städte haben viel gemeinsam: Es sind beides Zentren umgeben von landwirtschaftlichen Flächen. Passau spielt für uns Syrer zudem eine wichtige Rolle: Hier sind sehr viele der Syrer, die 2015 nach Deutschland geflohen sind, angekommen“, erzählt Jamin Hussein. Dass auch Idlib für Syrien eine besondere Rolle spielt, weil es die Heimat des neuen Präsidenten Ahmad al-Sharaa ist, brauchte er nicht extra zu erwähnen. Die Vergangenheit Idlibs als eine der letzten Städte, die nicht von Bashar al-Assad eingenommen wurde und die jahrelang von radikalen Islamisten rund um Ahmad al-Sharaa regiert wurde, ist vermutlich auch einer der Gründe, weshalb die Stadtverwaltung von Passau sich zurückhaltend zeigt. Gesagt hat sie das aber nicht.
Jamin Hussein sagt, er hoffe, dass die Kooperation trotz des Verkorksten Anfangs doch noch Schwung aufnimmt. Hier geht es zum Instagram Gespräch:
