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Wie hat sich die Frankfurter Kultur seit 2015 verändert?

Foto: Julia Gerlach
Foto: Julia Gerlach

Hummus zum Frühstück? Das ist für viele Menschen in Deutschland ganz normal und auch Falafel, Shawarma und Fladenbrot sind inzwischen gut integriert in die deutsche Esslandschaft. Man kann sagen: Die Integration der Syrer:innen, die seit 2015 nach Deutschland gekommen sind, „ist sehr stark durch den Magen gegangen“. Aber nicht nur da ist der kulturelle Einfluss der Geflüchteten deutlich zu spüren: Auch in der Theater-, Musik- und Filmszene hat sich viel getan. Es wurden Initiativen gegründet, neue Talente entdeckt und es ist etwas ganz neues entstanden: Eine Kultur, die es so vorher weder in Syrien noch in Deutschland gegeben hat.

Teil der Frankfurter Kultur

Das Thema, wie die Migration die Kulturlandschaft Frankfurts verändert hat, war Thema des Amal-Talks am Samstag beim Hausfest der Crespo-Foundation in Frankfurt. Das Team von Amal Frankfurt hatte zur Podiumsdiskussion eingeladen. Die Redakteur:innen präsentierten Beispiele aus ihren Communities und analysierten die Bedeutung dieser Entwicklung. „Ich finde, wir als Syrer:innen in Deutschland haben viel geschafft und es sind tolle neue Sachen entstanden“, so Souzan Nasri, die als Moderatorin durch die Veranstaltung führte und als Teil des arabischen Teams von Amal einen besonderen Blick in die Entwicklung der syrischen Kulturszene in Frankfurt wirft, über die sie auch häufig berichtet.

Die Freiheit spielt eine große Rolle

Ähnlich sieht es in der afghanischen und iranischen Community in Frankfurt aus: „In unseren Ländern haben wir kaum Freiheit, uns auszudrücken. Hier hingegen können wir und auch die Künstler:innen sagen und zeigen, was wir wollen“, beschreibt Parwiz Rahimi vom Team von Amal in Frankfurt. Diese Möglichkeit führe zu viel Kreativität und Engagement. Allerdings, so gab er zu Bedenken, stehe sich die afghanische Community dabei oft selbst im Weg, da sich einzelne Gruppen feindselig gegenüberstünden. „Wir brauchen mehr Empathie und mehr Toleranz und wir sollten uns einen und nicht unter vielen verschiedenen Flaggen versammeln“, sagt er. Sona Sahar, die ebenfalls zum afghanischen Team von Amal in Frankfurt gehört, hatte als Gast die iranische Künstlerin Mitra Atif, die während der Veranstaltung live ein Bild in Acryl malte.

Vika Chernykova-Berezdetska und Parwiz Rahimi Foto: Sona Sahar

Kultur ist eine Form des Widerstands

Tamriko Shoshyashvili vom ukrainischen Team ist eine, die besonders guten Einblick in die Veränderungen hat: Sie hat bereits vor 2022 einige Jahre in Deutschland gelebt und ist dann nach einigen Jahren in der Ukraine mit Kriegsausbruch wieder ins Rhein-Main-Gebiet gekommen. „Vor 2022 kannte kaum jemand ukrainische Kultur. Das lief alles unter dem Label post-sowjetische oder slavische Kultur. Das hat sich durch die Ankunft der vielen Ukrainer:innen geändert“, sagt sie. Besonders interessant sei, dass nicht nur für die Deutschen dies eine Entdeckung gewesen sei: „Auch viele Ukariner:innen und auch ich habe erst jetzt gesehen und verstanden, welch reiche Kultur wir haben und was alles dazugehört“, sagt sie.

Vika Chernykova-Berezdetska unterfütterte diese Aussagen anschließend mit vielen Beispielen aus dem ukrainischen Kulturleben in Frankfurt und zeigte Ausschnitte aus den berichten, die sie für Amal darüber produziert hat. Angefangen von dem Bericht über einen ukrainischen Jungen, der in der Oper Frankfurt singt über eine Lehrerin, die an Dr. Hochs Musikschule das traditionelle Instrument Bandura unterrichtet bis zu traditionellen Malereien auf Weihnachtsdekos reichte das Spektrum ihrer Beispiele. Für sie ist die lebendige ukrainische Kulturlandschaft auch eine Art des Widerstands: „Russland versucht die Ukraine und alles Ukrainische zu vernichten. Wir zeigen, dass wir nicht kleinzukriegen sind!“.

amalnews.de

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