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Ehemann der getöteten ägyptischen Mutter vor Gericht

Die junge Ägypterin kam der Ehe wegen. Doch schon bald begann ihr Mann sie zu quälen
Die junge Ägypterin kam der Ehe wegen. Doch schon bald begann ihr Mann sie zu quälen

Die Staatsanwaltschaft in Rosenheim hat Anklage wegen Mordes gegen den Ehemann der jungen Ägypterin Iman Mohammed erhoben, mehr als sieben Monate nachdem ihre Leiche in einem Wald nahe Bad Aibling in Oberbayern gefunden wurde. Zum letzten Mal gesehen wurde die 34jährige am 11. November 2024. Sie war Mutter von drei Kindern.

Trotz intensiver Suchmaßnahmen konnten die Ermittler zunächst keine Spur von ihr finden. Erst am 17. Juni 2025 führte ein Zufall die Ermittler zu den Überresten der jungen Ägypterin. Der Prozess gegen den Ehemann wegen Mordes soll Mitte dieses Jahres vor dem Landgericht Traunstein beginnen.

Der Fall des Mordes an Iman Mohammed hat die Menschen weit über die Region Bad Aibling hinaus tief bewegt. Die kriminaltechnische Untersuchung ergab, dass sie Opfer eines Gewaltverbrechens war, und der Verdacht fiel schnell auf ihren Ehemann, der zur Tatzeit 43 Jahre alt war. Er arbeitete als Koch in einem Krankenhaus und ist ägyptischer Staatsbürger. Der Ehemann wurde als Hauptverdächtiger festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

Anklage wegen Mordes

Der Ehemann von Iman Mohammed wird nun vor dem Landgericht Traunstein wegen Mordes angeklagt. Das Gericht hat die Anklageschrift zugelassen, in der die Staatsanwaltschaft dem ägyptischen Ehemann vorwirft, seine Frau „aus niedrigen Beweggründen“ getötet zu haben. Der Prozess soll am 9. Juni beginnen, und ein Urteil wird am 28. Juli erwartet. Es ist vorgesehen, dass das Gericht 12 Verhandlungstage ansetzt.

Es bleiben viele Fragen offen

Die Anklage stützt sich auf monatelange intensive Ermittlungen der Polizei. Die Polizei durchsuchte das Gebiet rund um den Wald mehrfach. Außerdem wurden Anwohner befragt, um den Besitzer eines Kinderfahrrads zu ermitteln, das indirekt zur Auffindung der Leiche beigetragen hatte. Bisher scheint dieses Fahrrad keinerlei Zusammenhang mit dem Verbrechen zu haben. Selbst nach Monaten der Ermittlungen bleiben viele Fragen unbeantwortet: Welche Motive vermuten die Ermittler hinter der Tat? Wie hat er seine Frau getötet? Dies soll der Prozess klären.

Der Ehemann isolierte sie und hinderte sie daran, Freundschaften zu schließen

Iman Mohammed hätte verschwinden können, ohne jemals gefunden zu werden. So geht es vielen Frauen, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind und getötet werden. Manche verschwinden spurlos. Iman Mohammed kam der Ehe wegen nach Deutschland. Die junge Ägypterin heiratete ihren ebenfalls ägyptischen Ehemann, der die deutsche Staatsbürgerschaft hat und in Bayern lebt. Nach Aussagen einiger Bekannter war die junge Mutter wiederholt Gewalt ausgesetzt und wurde daran gehindert, Kontakt zu ihrer Familie aufzunehmen. Sie führte ein hartes Leben, in dem ihr Ehemann versuchte, sie daran zu hindern, Freundschaften zu schließen. Er isolierte sie, um Einfluss auf sie auszuüben. Laut ihrer Schwester Amira Mohammed „wurde Iman nicht erlaubt, an einem Deutschkurs teilzunehmen, um mit anderen zu kommunizieren“.

Alle zwei Minuten wird eine Person in Deutschland Opfer sexueller Gewalt, meistens Frauen

Häusliche Gewalt ist ein ernstes Problem in Deutschland. Laut Statistiken des Bundeskriminalamts wird alle zwei Minuten eine Person Opfer häuslicher Gewalt. Die Täter sind häufig Männer, während die Opfer Frauen sind. Im Jahr 2024 erreichte die Zahl der Opfer von körperlicher, sexueller oder psychischer Gewalt durch Angehörige oder aktuelle oder ehemalige Partner einen neuen Höchststand. Insgesamt wurden offiziell rund 266.000 Betroffene registriert, ein Anstieg von 4 % im Vergleich zum Vorjahr.

Durch Zufall wurde ihre Leiche entdeckt

Ein Passant bemerkte Mitte Juni vergangenen Jahres im Wald Thanner Holz ein verlassenes Kinderfahrrad. Aus Sorge, dass ein Kind in Gefahr sein könnte, verständigte er die Polizeiinspektion Bad Aibling. Die Polizei traf ein und sperrte das Gebiet ab. Die Beamten fanden kein Kind. Ein Polizeihund durchsuchte jedoch das Unterholz, wo die Überreste der Leiche von Iman Mohammed gefunden wurden. Die Obduktion ergab, dass sie Opfer eines Gewaltverbrechens war. Es war reiner Zufall, der die Beamten zu dem Ort führte, an dem der Täter ihre Leiche abgelegt hatte. Der Polizeisprecher Stefan Sonntag erklärte kurz nach dem Fund: „Die Leiche wurde ohne technische Hilfe geborgen.“

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