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Kohero-Magazin – wenn Migranten ihre Geschichten erzählen

Ahmad al Zaher ist der Gründer des Magazins. 2017 gib es als "Das Flüchtlingsmagazin" an den Start. Inzwischen wendet es sich an alle Leser:innen.
Ahmad al Zaher ist der Gründer des Magazins. 2017 gib es als "Das Flüchtlingsmagazin" an den Start. Inzwischen wendet es sich an alle Leser:innen.

In den Medien geht es ständig um Geflüchtete und Migranten, aber nur selten kommen sie selbst zu Wort. Das Kohero-Magazin hat das Ziel, dies zu ändern. Das Magazin bietet Geflüchteten und Migranten die Möglichkeit, ihre Geschichten selbst zu erzählen – in ihrer eigenen Stimme und aus ihrer eigenen Perspektive.

Das Magazin basiert auf der Idee, dass persönliche Erfahrungen und individuelle Geschichten ein tieferes Verständnis für Themen wie Migration, Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt schaffen können. Statt nur Zahlen und Statistiken zu präsentieren, stellt Kohero menschliche Geschichten in den Mittelpunkt und macht damit Lebensrealitäten sichtbar, die oft übersehen werden.

Eine Plattform für Stimmen, die sonst selten gehört werden

Kohero versteht sich als Raum für neue Perspektiven. Hier schreiben Menschen mit Flucht- oder Migrationserfahrung selbst über ihr Leben, ihre Herausforderungen und ihre Hoffnungen. Dabei geht es nicht nur um Probleme, sondern auch um Erfolge, Entwicklungen und persönliche Wege.

Die Texte entstehen häufig in deutscher Sprache – auch wenn diese für viele der Autorinnen und Autoren nicht die Muttersprache ist. Gerade darin liegt eine besondere Stärke: Die Texte spiegeln authentische Erfahrungen wider und zeigen gleichzeitig den Prozess des Ankommens und des sprachlichen Lernens.

Journalismus als Mittel der Teilhabe

Das Projekt verfolgt auch ein klares gesellschaftliches Ziel: Teilhabe durch Schreiben. Indem Geflüchtete und Migranten journalistisch arbeiten, werden sie nicht nur zu Erzählern ihrer eigenen Geschichten, sondern auch zu aktiven Teilnehmern am öffentlichen Diskurs.

Kohero trägt damit dazu bei, stereotype Bilder aufzubrechen und differenziertere Perspektiven sichtbar zu machen. Die Beiträge reichen von persönlichen Erfahrungsberichten bis hin zu Analysen gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen.

Zwischen persönlicher Geschichte und gesellschaftlicher Debatte

Die Stärke des Magazins liegt in der Verbindung von persönlicher Erzählung und gesellschaftlicher Einordnung. Individuelle Geschichten werden nicht isoliert erzählt, sondern stehen im Kontext größerer Fragen: Integration, Zugehörigkeit, Identität und Zusammenleben.

Dadurch entsteht ein vielschichtiges Bild von Migration, das über vereinfachte Darstellungen hinausgeht. Die Leserinnen und Leser erhalten Einblicke in Perspektiven, die sonst selten sichtbar sind.

Ein Beitrag zum gesellschaftlichen Dialog

Kohero versteht sich nicht nur als Medium, sondern auch als Beitrag zum gesellschaftlichen Dialog. Es schafft Verbindungen zwischen unterschiedlichen Lebenswelten und lädt dazu ein, Migration nicht nur als politisches Thema, sondern als menschliche Erfahrung zu begreifen.

Indem Geflüchtete und Migranten selbst schreiben, verschiebt sich der Blick: weg vom Objekt der Berichterstattung hin zum handelnden Subjekt. Genau darin liegt die besondere Bedeutung des Projekts.

Kohero wurde 2017 von Hussam al-Zaher gegründet. Anfangs hieß es „Das Flüchtlingsmagazin“. Das Projekt finanziert sich zu 75 Prozent aus privaten Spenden und auch über ein Membership Modell. Für Teile der Arbeit gibt es Förderung der Stadt Hamburg. Die meisten Journalist:innen bei Kohero arbeiten ehrenamtlich.

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